Für die Sitzung des Ausländerbeirats im September hatte Stadtrat Andreas Bernhardt angekündigt, Namensschilder und eine Sitzordnung anfertigen zu lassen, damit die Mitglieder des Ausländerbeirats näher beieinander sitzen.
Tatsächlich standen vor der Sitzung die Namensschilder auf den Tischen. Nur wollten nicht alle Mitglieder dort sitzen, wo ihr Namensschild stand.
Puja Nasseri (ILO) kam in den großen Sitzungssaal herein, nahm sein Namensschild und setzte es eine Reihe weiter nach hinten. Auch Lucia Zenker (ILO) wollte nicht am zugewiesenen Platz sitzen, sondern ebenfalls weiter hinten. Ihr Mann, Dr. Franz Zenker (ILO), versuchte, sie anderweitig zu überzeugen, bevor er resignierte und für sie das Namensschild umsetzte.
Für Diskussion sorgte ein Gast, der sich zwischen die ILO- und AZO-Mitglieder setzte. Stadtrat Bernhardt bat ihn, auf einen anderen Platz zu gehen, damit die Beiratsmitglieder zusammensitzen könnten. Daraufhin gab er sich als Mitglied der agah (Landesausländerbeirat) zu erkennen und fing an, mit ihm zu diskutieren.
Gleich zu Beginn der eigentlichen Sitzung erhob Dr. Zenker einen Einwand gegen die Tagesordnung, da er zwei Anträge eingereicht habe. Diese waren seiner Meinung nach auch fristgerecht neun Tage vor der Sitzung per Mail an das Büro der Gremien verschickt worden. Daraufhin erklärte Vorsitzende Natalia Bind (AZO), die Mail sei zwar eingegangen, die Anträge seien aber „aus formellen Gründen“ nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden, da sie nicht fristgerecht gewesen seien. Die Mail sei um 13:44 Uhr eingegangen, während die Frist um 9 Uhr geendet habe. Sie bemängelte außerdem, dass die Anträge keine Begründung enthielten und bat ihn, sie neu einzureichen. Dann fing sie aber selbst an, über einen der Anträge inhaltlich zu reden, ehe sie von Stadtrat Bernhardt unterbrochen wurde.
Trotz dieser Diskussion heißt es in der Niederschrift, dass es keine Einwände gegen die Tagesordnung gegeben habe!
Zu der Sitzung war auch Bürgermeisterin Antje Runge gekommen, um Dr. Franz Zenker den Ehrenbrief des Landes Hessen zu überreichen. Damit wurde er für sein langjähriges Engagement im Ausländerbeirat der Stadt Oberursel gewürdigt, dem er seit Dezember 2010 angehört, davon von August 2012 bis April 2026 als Vorsitzender.
Frau Runge gratulierte Dr. Zenker und erklärte, dass sie bei diesem Anlass auch über die Bedeutung des Ausländerbeirats sprechen wolle. Das Gremium sei ein wichtiger Bestandteil der Demokratie, und dazu gehöre es, dass man verschiedene Perspektiven zulasse und einander zuhöre. Der Ausländerbeirat gebe den Menschen der 137 Nationen, die in Oberursel wohnen, eine Stimme. Das sei „lokale Inklusion“, und man könne miteinander etwas Neues entwickeln, sagte sie und betonte, dass sie das anders meine als „Integration“. Außerdem sei ihr wichtig, dass diese Menschen auch erfahren, dass ihre Stimmen zählen.

Für die Zukunft erklärte die Bürgermeisterin, der Ausländerbeirat müsse eine gute Zusammenarbeit für ein gutes Zusammenleben in Oberursel leisten. Dafür trage jedes Mitglied Verantwortung. Persönliche Differenzen dürften die Arbeit des Ausländerbeirats nicht stören und hätten im Rathaus nichts zu suchen, betonte sie.
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