Emily und Michèle sind das neue Brunnenpaar

Für Oberursel steht in diesem Jahr eine Neuheit an, denn zum ersten Mal wird kein Brunnenmeister sondern eine Brunnenmeisterin an der Seite der Brunnenkönigin stehen.

Wenn Emily Förder (21) in drei Wochen als die 46. Brunnenkönigin Emily I. gekrönt wird, wird Michèle Setzepfand (28) ihre Brunnenmeisterin werden. Beide Damen spielen in der Brassband des Karnevalvereins Frohsinn, Emily tanzt außerdem bei der Garde und ist auch bei der Feuerwehr Oberstedten in der Einsatzabteilung. Sie kennen sich seit ungefähr 17 Jahren.

Bei der Frohsinn Kampagneneröffnung im vergangenen November kamen sie auf den Gedanken, gemeinsam ein Jahr als Brunnenpaar zu verbringen. Für Emily liegt das Hoheitsleben schon im Blut, denn ihre Mutter war schon vor 31 Jahren Brunnenkönigin Christine II., ihr Vater war damals Brunnenmeister. Als Kind stand sie schon bei der Inthronisation auf der Bühne und hielt das Tablett, auf dem die Insignien zwischen Exthronisation und Inthronisation abgelegt wurden, in den letzten Jahren war sie für den Vereinsring als Fotografin oft unterwegs.

Als Brunnenmeisterin wird Michèle die Lederschürze nicht tragen, stattdessen wird es für sie eine Schärpe geben, allerdings in einer dunkleren Farbe als die bunte Trikolore-Schärpe der Königin.

Die Inthronisation findet in diesem Jahr beim Heimatverein der Damen im Vereinsheim des KV Frohsinn am 11. April statt und ist bereits ausverkauft. “Alle Korporationen stehen hinter Emily und Michèle”, erklärte der 1. Vorsitzende Ulfert Hahn. Emilys Kleid ist noch ein gut gehütetes Geheimnis, zur Pressekonferenz haben beide Damen Dirndl getragen, aber die “Frohsinn-Gardemädels haben beim Aussuchen geholfen”, verriet sie.

Beide arbeiten im medizinischen Bereich. Emily ist medizinische Fachangestellte in einer orthopädischen Praxis, Michèle arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Notaufnahme in Bad Homburg. Außerdem ist sie Rettungssanitäterin beim DRK im Hochtaunuskreis.

Beide freuen sich auf das Brunnenfest und in diesem Jahr wird es wieder das Riesenrad geben. Für Emily ist das kein Problem, denn sie ist die Höhe durch die Drehleiter der Feuerwehr gewohnt. Da Michèles Verlobter ebenfalls bei der Feuerwehr ist, war sie auch schon einmal im Korb auf der Drehleiter. Dennoch wird Emily, die ledig ist, es vermissen, die Dienste beim Brunnenfest am Frohsinn-Stand und beim Brandsicherheitsdienst mitzumachen.

Als Brunnen haben sie sich für den Kreiselbrunnen in Oberstedten entschieden, der bereits im Jahr 2007 der Brunnen von Brunnenkönigin Tina-Maria I. war. Tina-Maria war auch Mitglied der Feuerwehr und ist mit der Doppelbelegung einverstanden.

Aber bevor der Brunnen Ende Mai eingeweiht wird, wird er von Christian Steffek aufgearbeitet, damit alle Fontäne wieder funktionieren. 

Links: Emily (r.) und Michèle mit Ulfert Hahn vom KV Frohsinn
Rechts: Emily (r.) mit der amtierenden Brunnenkönigin Tanja I.

Das Fest selbst bereitete Emilys Eltern bis vor einigen Tagen noch große Sorgen, denn beim derzeitigen Ersatzneubau der Brücke in der Portstraße kommt es, infolge einer längeren Frostperiode und starken Schneefällen im Februar, nach Meldung seitens des BSO zu Verzögerungen im Bauablauf. Ein Teil der Baustelleneinrichtung wird zum Fest noch auf der Bleiche stehen und einige Stände werden auf andere Plätze ausweichen. Aber der Zugang zum Festplatz wird durch eine provisorische Lösung trotzdem ermöglicht, und “Queen Mum” Christine Förder ist froh, dass das Fest nun trotzdem auf der Bleiche stattfinden kann.

Übrigens sucht Thomas Förder einen Nachfolger als 1. Vorsitzender des Brunnenfestausschusses im Vereinsring. Vor einigen Jahren hat er hingedeutet, dass es sein Ziel war, so lange im Amt zu bleiben, bis seine Tochter eines Tages Brunnenkönigin wird. Aber er gibt auch zu, dass einfach mehr helfende Hände als Unterstützung begrüßenswert wären. “Jede Unterstützung hilft”, sagte er. (gt)

About Graham

Graham Tappenden is a British ex-pat who first came to Germany as a placement student in 1993, returning in 1995 to live there permanently. He has been writing for AllThingsGerman.net since 2006. When not writing blog posts or freelancing for the Oberurseler Woche and other publications he works as a self-employed IT consultant and online community manager. In 2016 he gained German citizenship.

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